Rechtsartikel

Konsumentenschutz - "Recht des kleinen Mannes"

Der Konsumentenschutz umfasst als "Recht des kleinen Mannes" jene Rechtsnormen, die dem Schutz des Verbrauchers dienen. Das Konsumentenschutzgesetz hat Auswirkungen insbesondere auf Rechtsgeschäfte zwischen Unternehmern und Verbrauchern. Ziel ist es, die vor allem durch die wirtschaftliche Unterlegenheit, mangelnde Rechtskenntnis oder psychologischen Druck geschaffene typische Ungleichsgewichtslage zwischen Unternehmern und Verbrauchern durch einen besonderen Schutz des Konsumenten auszugleichen. Um dies zu erreichen, wird teilweise vom Grundsatz der Privatautonomie abgerückt und können Verträge die zum Nachteil des Verbrauchers von den Schutzbestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes abweichen, unwirksam sein.

Von der Urlaubsreise bis zum Kreditvermittler

In den letzten Jahren hat das Konsumentenschutzrecht unter anderem aufgrund der gestiegenen Anzahl von Geschäftsabschlüssen über das Internet, E-Mail oder Telefon stark an Bedeutung gewonnen. Ohne weiteres können heutzutage Autos im Internet erworben oder eine Reise nach Griechenland mittels E-Mail gebucht werden. Die Schutzbestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes - wie unter anderem die gewährten Rücktrittsrechte - helfen dem Verbraucher, seine Rechte zu wahren und aus übereilt abgeschlossenen Geschäften wieder auszusteigen.

Das Konsumentenschutzgesetz stärkt Verbraucher und Unternehmer

Das Konsumentenschutzgesetz hilft dem Verbraucher in seiner oft mangels Rechtskenntnis unterlegenen Position und stärkt all jene Unternehmer, die ihre Leistungen seriös und transparent anbieten. Erst aufgrund der Bestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes ist es möglich, gegen unseriöse Anbieter effizient vorzugehen und intransparente Verträge aufzulösen. Auf der anderen Seite kann sich der Unternehmer durch ausbalancierte Verträge und Allgemeine Geschäftsbedingungen, die in Übereinstimmung mit den Verbraucherschutzbestimmungen formuliert sind, von seinen Mitbewerbern deutlich und positiv abheben. Die Beachtung der Verbraucherschutzbestimmungen kann daher für Unternehmen als Markenzeichen und Qualitätskriterium eine wichtige Rolle spielen. "Gemein" formulierte Bestimmungen "rächen" sich früher oder später in Form von schlechter Publicity oder verlorener Prozesse.

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